Das Verbandbuch

Es ist häufig gar nicht bekannt: das Verbandbuch

21.07.2015

Es ist häufig gar nicht bekannt und wenn, dann in der Regel aus datenschutzrechtlicher Sicht falsch eingesetzt: das Verbandbuch. Dabei liest sich die gesetzliche Vorgabe eigentlich ganz einfach. Festgelegt ist das Verbandbuch in den berufsgenossenschaftlichen Vorschriften, genauer in der BG-Vorschrift A1. Danach ist jedes Unternehmen verpflichtet, ein sogenanntes Verbandbuch zu führen in dem alle Gesundheitsschäden, die während der Tätigkeit entstanden sind dokumentiert werden. Hierzu gehören Ort und Zeit des Unfalls und der Behandlung, Name des Verletzten, des Ersthelfers und der Zeugen sowie die Art der Verletzung. Sinn der Aufzeichnungen ist die Verpflichtung zur Kostenübernahme der Behandlungs- und Rehabilitationsmaßnahmen durch die Berufsgenossenschaft. Das Verbandbuch dient als Nachweis, dass tatsächlich ein Arbeitsunfall stattgefunden hat. Gerade bei kleineren Unfällen oder Verletzungen, kann dadurch bei Spätfolgen das Bestehen des Arbeitsunfalls nachgewiesen werden. Bis hierhin ist es einfach – aber wie ist das Verbandbuch zu führen? Häufig handelt es sich hierbei tatsächlich um ein Buch, in das die Vorfälle eingetragen werden. Damit jeder Zugriff hat, liegt das Verbandbuch meist auch noch an einem öffentlich zugänglichen Ort aus – z.B. direkt im Verbandkasten. Die Folge ist, dass jeder Einsicht nehmen kann in zurückliegende Arbeitsunfälle, und somit Zugriff auf sensible Gesundheitsdaten hat. Aus Sicht des Datenschutzes ist das natürlich der falsche Weg. Besser ist eine Art „Abreißblock“ und die sichere Verwahrung der ausgefüllten Blätter. Eine elektronische Variante mit entsprechenden Zugriffsrechten ist natürlich ebenso denkbar. In jedem Fall ist der Zugriff auf die Daten auf diejenigen Mitarbeiter zu beschränken, die mit der Bearbeitung betraut sind. Haben Sie Fragen zum datenschutzkonformen Einsatz des Verbandbuchs? Sprechen Sie mich an, ich berate Sie gerne!