Big Data

Was verbirgt sich der umstrittenen Technik?

14.01.2016

Wenn der Begriff „Big Data“ in den Medien auftaucht, dann meist im Zusammenhang mit übertriebener Sammelwut bezüglich personenbezogener Daten durch große Internetunternehmen oder Geheimdienste. Sorge vor totaler Überwachung im Sinne von Dystopien wie George Orwells „1984“ dominieren die Berichterstattung. Natürlich sind die Möglichkeiten des Missbrauchs ein existentes Risiko der neuen Technik. Aber wie jede neue Technik, bietet sie auch enorme wirtschaftliche oder gesellschaftliche Chancen.

Was ist Big Data?

Grundsätzlich geht es darum große (wirklich riesige) Datenmengen zu analysieren, relevante Informationen herauszufiltern und miteinander zu verknüpfen, statistische Auswertungen vorzunehmen und daraus neue Erkenntnisse abzuleiten. Das Entscheidende ist also gar nicht unbedingt die Menge an erhobenen Daten, sondern deren intelligente Auswertung und die daraus abgeleiteten Ergebnisse. Da sowohl der hierfür benötigte Speicherplatz als auch die Rechenleistung in den letzten Jahren deutlich preisgünstiger geworden sind, kann diese Technik heute in immer mehr Bereichen angewandt werden:

  • aufgrund gespeicherter Daten von Personen können Bewegungsprofile erstellt und ausgewertet werden, die dann zur Aufklärung von Verbrechen genutzt werden
  • Krankheiten und Epidemien können prognostiziert werden
  • In der Krebsforschung bietet die Analyse großer Datenmengen die Möglichkeiten konkret auf den jeweiligen Patienten angepasste Therapien zu bestimmen. 

Häufig geht es um die gesicherte Vorhersage zukünftiger Ereignisse aufgrund statistischer Zusammenhänge in der Vergangenheit. Dies kann Aussagen über das Wetter betreffen, wodurch beispielsweise Windparks geplant und deren Energieertrag für die nächsten Jahre im Voraus recht genau prognostiziert werden kann.

Hellsehen mit Big Data?

Eine nicht unbedingt wichtige Anwendung, die aber sehr deutlich zeigt was „Big Data“ kann, war die Auswertung von Millionen Tweets auf Twitter bezüglich des Eurovision Song Contests 2012. Zwei Tage vor dem Finale wurde der spätere Sieger sicher vorhergesagt. Man kann sich leicht vorstellen, was das für die Marktforschung bedeutet. Die Unternehmen wissen im besten Falle bereits was der Kunde demnächst kauft, bevor der Kunde überhaupt darüber nachgedacht hat. Man erhält die personalisierte Werbung nicht mehr, nachdem man nach etwas Bestimmtem im Internet gesucht hat, sondern bereits davor.

Die Feuerwehr weiß schon vorher, wo mit größerer Wahrscheinlichkeit Einsätze zu erwarten sind. Die Strafverfolgungsbehörden können gezielt dort präsent sein, wo mit hoher Wahrscheinlichkeit Verbrechen stattfinden werden. Gerade diese Technik wird in Großbritannien bereits eingesetzt.

Regulierung ist notwendig

Aufgrund der enormen Möglichkeiten, die Big Data bietet, sollte das Verfahren also nicht von vorne herein abgelehnt werden. Besser sind sinnvolle Regeln und Richtlinien, die dafür sorgen, dass die Möglichkeiten von Big Data genutzt werden können und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Risiken minimiert werden. Diesem Thema hat sich kürzlich der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) angenommen und Leitlinien für den ethisch fundierten, verantwortungsbewussten Einsatz von Big Data formuliert. Diese Leitlinien können hier heruntergeladen werden.

Auf alle 12 Leitlinien hier detailliert einzugehen würde den Rahmen dieses Newsletters sprengen. Im Kern geht es darum, die grundsätzlichen Forderungen des Datenschutzes umzusetzen und einzuhalten. Dazu gehören die Datensparsamkeit, das Transparenzgebot, die Interessenabwägung, die Verwendung von pseudonymisierten und anonymisierten Daten sofern möglich und dem Betroffenen das Recht auf Auskunft zu ermöglichen.

EU-DSGVO ist ein erster Schritt

Letztlich sieht der BITKOM aber auch die Notwendigkeit die politischen Rahmenbedingungen, die zum verantwortungsbewussten Umgang mit Big Data zwingen, zu schaffen. Die EU-Datenschutz-Grundverordnung wird dabei nur als erster Schritt gesehen, dem weitere Anpassungen folgen müssen. Ziel soll sein, die Rechte der Betroffenen angemessen zu schützen aber gleichzeitig den verantwortungsvollen Einsatz von „Big Data“ zu ermöglichen um deutsche Unternehmen keinen Wettbewerbsnachteilen auszusetzen.

Möchten Sie mehr über „Big Data“ erfahren? Sprechen Sie mich an! Gerne berate ich Sie über die Möglichkeiten und die gesetzlichen Rahmenbedingungen.